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Ein großer Melodiker



Andreas Hermeyer und Thomas Svechla haben fast vergessene Kompositionen des
Musikclowns Grock auf CD eingespielt

Den Mann eine Legende zu nennen, ist schon fast eine Untertreibung. Der Schweizer
Charles Adrien Wettach (1880-1959) — viel besser bekannt unter seinem Pseudonym
„Grock“ — gilt auch ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod immer noch als der Clown
schlechthin. Dass er außerdem ein äußert produktiver Komponist war, ist dagegen etwas in
Vergessenheit geraten.

Das könnte sich jetzt ändern. Denn begleitend zu der Ausstellung „Clown Grock — un beau
rêve“, die vor wenigen Tagen im Musée des Suisses dans le Monde in Pregny-Chambésy
(bei Genf) eröffnet worden ist, haben die Akkordeonisten Andreas Hermeyer und Thomas
Svechla unddier Sopranistin Heide Bertram neu interpretiwerte Grock- Titel auf CD
aufgenommen.Tatsächlich spielte die Musik in Grocks Darbietungen eine zentrale Rolle. 24 Instrumente soll
der Schweizer Künstler beherrscht haben, darunter Klavier und die Konzertina. Zu seinem
Markenzeichen wurde indes die Mini-Geige, die er zu Beginn der Aufführung aus einem
riesigen Koffer hervorholte.

Der schrieb in den nächsten Jahren eine Fülle von Kompositionen für das neu entdeckte
Instrument, von denen freilich viele nach seinem Tod verloren gingen. Der
Wiederentdeckung hat sich Raymond Naef verschrieben. Der in Zürich lebende Großneffe
und Nachlassverwalter des Musikclowns durchstöbert Flohmärkte auf der ganzen Welt nach
noch vorhandenem Notenmaterial und anderen Schätzen.

Tatsächlich könne man Grocks Musik gut mit der Chaplins vergleichen. „Sie ist sehr
melancholisch und man kann sie auch hören, ohne damit den Clown zu assoziieren. Das hat
auch für sich Bestand.“

Die melodische und harmonische Substanz der Kompositionen sei dabei nicht verändert
worden, betont er. Dafür wurden zum Beispiel Synkopen eingefügt, wo eigentlich keine
vorgesehen waren, um das ganze etwas jazziger zu machen, durch Läufe und Triller kleine i-
Tüpfelchen gesetzt oder Zitate aus Swing-Klassikern oder der Oper „Die diebische Elster“
eingebaut.

Den Kern bilden neun Stücke, die Andreas Hermeyer im Duett mit dem Akkordeonisten
Thomas Svechla eingespielt hat. Bei der Ausstellungseröffnung im Musée des Suisses dans
le Monde stellten Hermeyer und Svechla viele Stücke auch live vor. Die Reaktion war
ausgesprochen positiv.. „Viele Gäste waren überrascht, was für ein großer Melodiker Grock
gewesen ist.“